Archiv



Februar 2012

  • Frage:

    In Deutschland soll vielerorts gegen das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) demonstriert werden. Sinn dieses internationalen Abkommen ist vor allem der Schutz des geistigen Eigentums. Die ACTA-Gegner fühlen sich aber von den Regierungen übergangen. Sollte die Bundesregierung das Abkommen unterzeichnen?

  • Antwort:

    Das Problem besteht darin, dass ACTA an sich undemokratisch ist. Wann werden die Bürger endlich selbst zu Gesetzen befragt und können darüber abstimmen?

Januar 2012

  • Frage:

    „Ich bin arm“ – Diesen Satz traut sich heutzutage kaum jemand laut auszusprechen. Armut empfinden viele Deutsche als ein Brandzeichen, sie befürchten, deswegen ausgegrenzt zu werden. Was muss noch passieren, damit wir begreifen, dass Armut kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem ist?

  • Antwort:

    Das Gefühl, ausgegrenzt zu werden, nur weil man arm ist, wird durch die Medien noch verstärkt. Zappt man tagsüber durchs Fernsehen, stolpert man bei vielen Sendern über das sogenannte „Hartz IV-Programm“. Dort werden nicht selten arme Leute ohne Ausbildung und Beruf „vorgeführt“, die versuchen, im Leben irgendwie klarzukommen. Diese Menschen dienen oft als Witzfiguren. Die großen Sender sollten sich aber vielmehr einmal Gedanken darüber machen, wie sie objektiv und konstruktiv über das Thema Armut berichten können.

November 2010

  • Frage:

    Aktuelle Umfragen machen nun auch die GRÜNEN zu einer so genannten Volkspartei. Die deutsche Parteienlandschaft differenziert sich immer weiter aus, traditionelle Mehrheiten schrumpfen, das Volk ist wahlmüde und politikverdrossen. Sollte man sich daher nicht vom Begriff der Volkspartei verabschieden?

  • Antwort:

Oktober 2010

  • Frage:

    Fördert das Burka-Verbot nach dem Beschluss der belgischen Abgeordnetenkammer vom 29. April dieses Jahres nicht eher Isolation als Integration der Frauen?

    Marianne Stricker

  • Antwort:

Juni 2010

  • Frage:

    Ist die Fußball-WM in Südafrika und das ganze drumherum nicht ein einziges Theater?

  • Antwort:

    Aber natürlich, ist Fußball auch Theater!!! Zum Glück. Jeder Ballspieler spielt seine Rolle, die Zuschauer sitzen im Zuschauerraum und wollen unterhalten werden. Fußball agiert auf der Bühne der Emotionen, das Stadion ist die Arena, wohl auch eine Arena der Männlichkeit. Da sind die Guten und die Bösen und, nicht zu vergessen, die tragischen Figuren. Es gibt natürlich keinen vorgegebenen Text, aber es gibt die vorgeschriebene Handlungsstruktur und jedes Stück dauert 90 Minuten.

Mai 2010

  • Frage:

    Ist die aktuelle griechische Tragödie eine Folge spätrömischer Dekadenz im modernen Hellas?

  • Antwort:

    Ja, wenn man die historisch längst überholte Annahme einer spätrömischen Dekadenz dahingehend erweitert, dass der Abstieg Roms bereits zur hoch römischen Zeit des Augustus mit der rasanten Überalterung der Bevölkerung einsetzt. Später war es dem ambitionierten und beliebten Kaiser Nero (Augustus Germanicus) nach einer großzügig gewährten Steuerbefreiung für Griechenland (67 n. Chr.) und anderen Eskapaden nicht mehr möglich, die Fähigsten zur Teilnahme an den Regierungsgeschäften zu bewegen, welche sich seit Caesars Zeiten aus Gründen der Anständigkeit von Staatsgeschäften ohnehin eher fernhielten. Dank einer guten und leistbaren militärischen Organisation konnte sich Griechenland auch darüber hinaus einen gewissen Sonderstatus erhalten, und sogar das einstmalig dominante römische Imperium lange überleben. Die Tradition der Begünstigung eines protektionierten Griechenlands wurde zuletzt (1971) von dem verkannten amerikanischen Präside! nten Richard M. Nixon neu belebt.

April 2010

  • Frage:

    Warum sollte sich die Wissenschaft mit YouTube, Facebook & Co. beschäftigen?

  • Antwort:

    Die Frage ist falsch gestellt: Sie müsste lauten "Gibt es irgendeinen Grund, warum sich die Wissenschaft nicht mit YouTube, Facebook & Co. beschäftigen sollte?". Natürlich gibt es keinen Grund, denn die Wissenschaft muss auch immer dort agieren, wo die Gesellschaft agiert.

    Marianne Klein, Aschaffenburg

März 2010

  • Frage:

    Which turn comes next?

  • Antwort:

    A swing door asks: "What's my next turn?" - "The same as last year, Madame" answers the butler. "Oh Sir, that turns me on, really", laughs the swing door.

Februar 2010

  • Frage:

    In der Musiksoziologie geht es nicht um die Musik selbst, sondern um den Umgang von Menschen mit Musik - soziologisch betrachtet. Wie lässt sich das begründen, oder anders gefragt: Müssen Musiksoziologen, die die Rituale auf dem Grünen Hügel oder auf Youtube erforschen, auch das Musikerlebnis ihrer Akteurinnen und Akteure sinnlich ermessen können?

  • Antwort:

    Nein! Ein Arzt muss ja auch nicht alle Krankheiten und Schmerzen selbst gehabt haben, wenn er seine Patienten untersuchen und heilen will.

    Thorben Grünstein, Weil am Rhein

Januar 2010

  • Frage:

    Heute wächst fast jedes zweite Kind ohne Geschwister auf – mit weitgehenden demographischen Folgen für unsere Gesellschaft. Was könnten wohl die Gründe dafür sein, dass bereits Emil Tischbein, Theodor Haberland (genannt der Professor), Gustav mit der Hupe, Pony Hütchen und der kleine Dienstag offenbar keine Geschwister hatten?

  • Antwort:

    Identifizieren wir Erwachsenen uns nicht gern beim Lesen mit einem einzigen "Helden"? Wünschen wir viele Alternativen, die uns zwischen alle Stühle bringen? Wie erst Kinder! Einer muss her, der die Fahne trägt, auch wenn er mal stolpert und krabbelt. Nur einer wird ein wirklicher Freund.

    Thomas Rechtermann, Hamburg

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