Otto Kruse

Keine Angst vor dem leeren Blatt

Ohne Schreibblockaden durchs Studium
12., völlig neu bearbeitete Auflage

Welcher Student, welche Studentin hat das nicht schon erlebt: Der Blick ist starr auf den Bildschirm des PCs gerichtet, die Inspiration lässt auf sich warten. Wie anfangen, wenn man völlig blockiert ist? Dieses Buch gibt Rat und praktische Hilfe.

Schreiben ist eine große Herausforderung im Studium. Wer Seminar- oder Examensarbeiten schreibt, wird nicht nur mit den Schwierigkeiten des Formulierens konfrontiert, sondern auch mit den Tücken der Erkenntnisgewinnung. Schritt für Schritt führt Otto Kruse durch die verschiedenen Phasen der Wissensbeschaffung und Texterstellung. Er zeigt nicht nur, wie sich der Schreibprozess steuern lässt, sondern auch, wie das Schreiben die persönliche Entwicklung fördern und Spaß machen kann. Seit dem ersten Erscheinen dieses Buches 1993 haben Computer und Internet das wissenschaftliche Arbeiten gründlich verändert. Auch das Studium selber hat sich durch die Studienreformen stark gewandelt. Deshalb wurde das Buch für die Neuausgabe umfassend überarbeitet. Entstanden ist ein klassischer Studienratgeber auf der Höhe der Zeit.

Otto Kruse
Otto Kruse ist Professor an der Zürcher Hochschule der Angewandten Wissenschaften und Leiter des Zentrums für Professionelles Schreiben. Er ist Mitgründer der European Association for the Teaching of Academic Writing (EATAW) sowie des Forums wissenschaftliches Schreiben.
mehr zum Autor (www.campus.de)

01.05.2008, Frizz
Schreibblockadenbewältigungshilfe
"Hier werden Informationen vermittelt, die man sich als Studierender nicht entgehen lassen sollte!"

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Wissenschaftliches Schreiben entscheidet wesentlich über Studienerfolg
und wissenschaftliche Karrieren. Dennoch wird es an
kaum einer deutschsprachigen Hochschule systematisch gelehrt. Es
herrscht – fälschlicherweise – die Meinung vor, dass mit dem Abitur
genügend Schreibfertigkeiten erworben worden sind, um auch
das Schreiben wissenschaftlicher Texte bewältigen zu können. Den
Studierenden an unseren Hochschulen fehlen dementsprechend klare
Vorstellungen davon, was sie tun sollen, wenn sie einen wissenschaftlichen
Text schreiben müssen. Sie haben weder von den Genres noch
von den auszuführenden Arbeitsschritten ein klares Bild, geschweige
denn davon, was das Attribut »wissenschaftlich« ausmacht. Sie sind
beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten auf ihre Intuition verwiesen
und auf Imitation. »Durchbeißen« ist vermutlich immer noch
der häufigste Rat, den sie zu hören bekommen, wenn sie Probleme mit
ihrer Haus-, Examens- oder Doktorarbeit haben.
Seit dieses Buch 1993 erstmals erschienen ist, hat sich diese Situation
nicht grundlegend gebessert. Wohl aber hat sich unser Wissen
über das Schreiben vervielfacht, wie auch das Schreiben selbst sich
gewandelt hat. Die Schreibmaschine hat ihr Leben ausgehaucht und
dem Computer Platz gemacht. Das Internet erlaubt uns, Texte aus
dem entferntesten Winkel der Welt in Sekundenschnelle abzurufen
und wieder zurückzuschicken. Neue Textarten und Darstellungsformen
wie E-Mails, Foren, Blogs, Wikis, Portfolios und elektronische
Lerntagebücher sind entstanden. Das Schreiben ist vielfältiger geworden, aber auch – gemessen an dem früheren Zwang, sich ausschließlich
in einer formalen Wissenschaftssprache auszudrücken – kommunikativer,
persönlicher und »mündlicher«.
Verändert haben sich auch die Rahmenbedingungen. Die Bologna-
Reform hat dem liberalen Studium ein Ende gesetzt. War es früher
ein Überfluss an Zeit und eine schlecht strukturierte Situation, die
das Schreiben schwer machten, so sorgen nach der Bologna-Reform
eher enge Vorgaben und hoher Zeitdruck für Stress im Studium. Zeit
zum Aussitzen von Schreibproblemen gibt es nicht mehr und ein
»Schreibsemester« einzulegen, wie ich noch in der ersten Ausgabe
empfohlen habe, wäre heute vollends fehl am Platz. Schließlich haben
sich auch die Studierenden verändert. Sie haben andere Schreiberfahrungen
in der Schule gemacht, z.B. mit einer Abiturs- oder Maturaarbeit,
und sie haben häufiger einen mehrsprachigen Hintergrund, sei
es weil ihre Familien auswanderten oder sie Austauschstudierende aus
einem anderen Land sind.
Eines ist jedoch geblieben: Beim wissenschaftlichen Schreiben
kann Ihnen niemand die Hand führen. Schreiben zwingt dazu, selbstständig
zu werden. Es verlangt, dass Sie Wissen aus unterschiedlichen
Quellen zusammentragen, Theorien zusammenfassen und einschätzen,
über Daten und Fakten berichten und eine für wissenschaftliche
Diskurse angemessene Sprache finden müssen. Dabei werden Sie auch
mit allen Problemen Ihrer wissenschaftlichen Disziplin konfrontiert
und müssen einiges an Denkarbeit leisten, um jeweils passende
Lösungen zu finden. Das bereitet nicht nur am Studienanfang Kopfschmerzen.
Bei der Bewältigung dieser Aufgaben soll das Buch Sie begleiten.
Helfen soll Ihnen vor allem der doppelte Blick auf das Schreiben. Es
wird zum einen das Schreiben so darstellen, wie man es erlebt, wenn
man am Computer sitzt, mit allem, was man dabei denkt, tut und
fühlt, denn diesen Prozess müssen Sie schließlich steuern lernen. Es
soll zum zweiten aber auch die objektiven Anforderungen an das
wissenschaftliche Schreiben darstellen, also die Prozeduren, Textarten
und Konventionen, denen das Schreiben folgen muss, denn das
sind die Normen, denen Ihre Texte schließlich gerecht werden müssen. Dabei gibt es eine Menge zu beachten. Das Schreiben ist nicht
deshalb schwierig, weil seine einzelnen Bestandteile schwierig sind,
sondern weil es aus so vielen Bestandteilen besteht, und wir selten die
Zeit haben, jeden einzelnen davon zu betrachten oder deren Zusammenwirken
zu studieren.
Schreiben lernt man durch Schreiben, aber nur dann, wenn es reflektiertes
Schreiben ist. Schreiben der Reflexion zugänglich zu machen,
ist wichtigstes Ziel dieses Buches. Es ermöglicht Ihnen damit, die
weitere Entwicklung selbst zu steuern und sich nach Bedarf weiteres
Wissen zu organisieren.

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Erscheinungstermin:
08.10.2007

kartoniert

266 Seiten, 15 sw Grafiken

Reihe: campus concret

EAN 9783593384795

€ 16,90

inkl. MwSt.

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