Volker Kitz, Manuel Tusch
Ich will so werden, wie ich bin
Für Selberleber
Wir arbeiten nicht – wir verwirklichen uns. Wir treffen keine Freunde – wir erweitern unser Netzwerk. Wir tun nicht einfach nichts – wir entspannen aktiv. Aber wann leben wir eigentlich das Leben, das wir immer wollten? Wir haben alle Möglichkeiten – und doch waren wir noch nie so unfrei wie heute. Die Bestsellerautoren Volker Kitz und Manuel Tusch zeigen mit Witz und Einfühlungsvermögen, welche modernen Zwänge uns heute unser Leben rauben. Sie bieten ein einzigartiges psychologisches Schritt-für-Schritt-Programm, mit dem wir unsere eigenen Bedürfnisse wiederfinden und die Freiheit über unser Leben zurückerobern – ganz ohne Work-Life-Balance und andere Modefloskeln. So kann jeder seinen individuell passenden Lebensstil finden.
Dieses Buch ist in drei Farben erhältlich.
Volker Kitz
Dr. Volker Kitz hat mehrere erfolgreiche Sachbücher geschrieben. Er hat Jura und Psychologie studiert, danach Erfahrungen in den unterschiedlichsten Jobs gesammelt, u. a. als Wissenschaftler, TV-Journalist, Drehbuchautor und Lobbyist. Heute arbeitet er als Anwalt in Köln.
mehr zum Autor (www.campus.de)
Manuel Tusch
Dr. Manuel Tusch hat Psychologie und Erwachsenenbildung studiert. Er hat eine psychologische Praxis in Köln und leitet dort das Institut für Angewandte Psychologie (IfAP). Seine Arbeitsschwerpunkte als Business-Coach sind Karriereberatung, Wirtschaftsmediation, Konfliktmanagement, Führungskräfteentwicklung und Change Management.
mehr zum Autor (www.campus.de)
14.02.2011, Handelsblatt Online
Wie man dem Burnout entkommt
"Sehr gut lesbar und glaubwürdig ... ein nützliches Buch, das helfen kann und sich von der Masse der üblichen Ratgeber zu dem Thema abhebt."
15.02.2011, SWR 1 Der Abend
Ich will so werden, wie ich bin
"Warten Sie nicht länger darauf, dass Ihr Leben beginnt - machen Sie selbst etwas daraus."
15.02.2011, BILD
Ich will so werden, wie ich bin
"Gegen selbst auferlegten Zwang."
15.02.2011, dpa
Ich will so werden, wie ich bin
"Hilft beim Stressabbau."
01.03.2011, RTL
Ich will so werden, wie ich bin
"Ein wirklich interessantes Buch."
22.03.2011, Hamburger Morgenpost
Ich will sowerden, wie ich bin
"Volker Kitz und Manuel Tusch erklären, wie Sie Ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen."
01.04.2011, ManagerSeminare
Systematisch zum Selbst
"Die beiden Psychologen haben eine Reihe von Zwängen identifiziert, die im Berufs- wie im Privatleben den Ton angeben. Eine Auseinandersetzung mit den Zwangserkrankungen unserer modernen (Arbeits-)Welt."
01.04.2011, Fit for Fun
Was zählt, ist: Ich
"Machen wir eigentlich nur noch das, was man von uns erwartet? Leider oft: ja. Dieser Ratgeber hält uns den Spiegel vor und zeigt Wege aus dem Dilemma."
01.05.2011, Jolie
Lust & Leben
"Die Autoren verraten, wie Sie herausfinden, was Sie wirklich wollen."
12.05.2011, Karriereführer Hochschulen
Das Hamsterrad
"Das Buch berührt, bringt zum Nachdenken und Lachen und motiviert, sich von so manchem Zwang zu befreien. Am besten: selber lesen"
24.05.2011, Zeit Online
Glück statt Karriere
"Scharfsinnig und polemisch analysieren Kitz und Tusch, woran die moderne Arbeitsgesellschaft krankt und untermauern ihre Thesen mit den neuesten Studienergebnissen."
01.06.2011, Maxima
Ich will so werden, wie ich bin
"Dieser Ratgeber zeigt auf, welche Zwänge uns das Leben rauben und wie wir es zurückerobern."
01.08.2011, Cosmopolitan
Mitgenommen von der Arbeit?
"Die beiden Autoren kritisieren den Sinnstiftungs- und Selbstverwirklichungszwang in der Arbeit."
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Sieben
Sei du selbst, sonst bist du gar nichts
Der absurde Selbstverwirklichungszwang
Ach ja, fast hätten wir noch etwas vergessen. Denken Sie bloß daran, Sie selbst zu sein!
Auch wenn Sie ständig an all die anderen Dinge denken müssen - bei der Arbeit viel leisten, geschäftig sein, Freude, Sinn und Leidenschaft zeigen, vor und nach der Arbeit viel leisten, geschäftig sein, Freude, Sinn und Leidenschaft zeigen, zwischen beidem und allem die Balance halten - eines ist ganz, ganz wichtig: Bleiben Sie dabei immer und überall Sie selbst! Verwirklichen Sie sich! Sonst entwertet Ihnen die Gesellschaft gleich wieder all die anderen Fleißpunkte, die Sie so brav gesammelt haben.
Aber predigen wir nicht gerade die Selbstverwirklichung in diesem Buch? Haben wir Ihnen nicht versprochen: Wir zeigen Ihnen den Weg zu Ihren wahren Wünschen, zu dem Leben, das Sie wirklich wollen?
Ja, das haben wir. Und wir lösen dieses Versprechen ein. Dafür ist es jedoch erforderlich, dass Sie sich zunächst vom Zwang zur Selbstverwirklichung befreien.
Und was wollte ich gleich nochmal?
Selbstverwirklichung ist ohne Frage ein wünschenswerter Zustand. Das Problem dabei ist: Es ist wie in der parlamentarischen Demokratie. Das Volk entscheidet nicht selbst durch Abstimmungen, was das Beste für das Volk ist. Abgeordnete entscheiden das, denn sie wissen besser als das Volk selbst, was gut für das Volk ist.
So ist es auch mit der Selbstverwirklichung:
Was Ihr "Selbst" ist und wann es "verwirklicht" ist, das müssen Sie schon andere entscheiden lassen!
Und die haben dafür ziemlich genaue Kriterien.
Melanie, 36, Prokuristin in einer größeren Galerie im Rheinland: "Ich habe Kunstgeschichte und BWL studiert, schnell Karriere gemacht, bin innerhalb von vier Jahren zur Nummer zwei in unserer Galerie mit 12 Angestellten aufgestiegen. Das kostet viel Einsatz. Oft bin ich bis 9 oder 10 Uhr abends hier. Manchmal fällt mir danach noch zu Hause was ein, dann schreibe ich eine E-Mail an die Kollegen, damit es am nächsten Morgen nicht in Vergessenheit gerät. Viel Zeit für ein Privatleben habe ich da natürlich nicht mehr. Aber mir macht das Spaß, ich empfinde es nicht als Stress. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass mir etwas fehlt im Leben. Schon mehrfach habe ich aber mitbekommen, wie die Kolleginnen über mich lästern: Eine bedauernswerte Kreatur sei ich, von ihrer Arbeit aufgefressen, mutterseelenallein: ‚Warum macht die nichts aus ihrem Leben?'"
Vergleichen Sie das mit dem folgenden Beispiel.
Cornelia, 36, Mutter von zwei Söhnen: "Ich bin gelernte Physiotherapeutin, habe mich aber schon vor ein paar Jahren dafür entscheiden, den Job aufzugeben und mich um meine zwei Söhne zu kümmern. Rupprecht ist heute 7 Jahre alt, Lukas ist 3. Ich bin geschieden und bekomme Unterhalt von meinem Ex-Mann. Daneben helfe ich einen Tag in der Woche in einem Bio-Laden aus. Insgesamt kommt dabei nicht so wahnsinnig viel Geld rum, aber es reicht für uns drei völlig aus. Ich bin mit diesem Leben sehr zufrieden, meine Familie ist das Schönste, was ich habe. Dass ich im Berufsleben nicht gerade nach vorn geprescht bin, fehlt mir nicht. Trotzdem weiß ich, was die Leute hier im Haus über mich reden: ‚So eine hübsche, fleißige und kluge Frau, und so ein Gammel-Dasein! Warum macht die nichts aus ihrem Leben?'"
Was gut für uns ist, wenn wir uns selbst verwirklichen, das bestimmt die Gesellschaft anhand formaler Kriterien: Geschlecht, Alter, Bildung, Herkunft, Familie, Aussehen. Über diese Kriterien bekommt jeder von uns eine Identität - allerdings nicht seine eigene! Sondern eine Gruppenidentität. Anhand ein paar formaler Kriterien gehören wir plötzlich zum Beispiel zur Gruppe "junger männlicher High-Potential aus einer alten Ärztefamilie". Die Gesellschaft weiß dann, was für Mitglieder dieser Gruppe in der Regel am besten ist. Und damit steht fest, wann es bei ihnen einen Selbstverwirklichungserfolg zu vermelden gibt.
Wenn Sie zum Beispiel eine Single-Frau Anfang 30 sind, ein gutes Jura-Examen in der Tasche haben - dann weiß die Gesellschaft ganz genau, was Sie zu tun haben, um sich selbst zu verwirklichen: einen guten Job in einer Großkanzlei annehmen (nicht: suchen, denn den bekommen Sie ja nachgetragen), einen adäquaten Mann finden, vielleicht einen sportlichen Steuerberater oder einen Oberarzt, dessen Eltern eine gut gehende Weinhandlung betreiben. Und Ihren Kinderwunsch dabei nicht aus den Augen verlieren. Dass Sie vielleicht gar keinen Kinderwunsch haben, dass Sie sich auch nicht für Männer interessieren und mit dem Gedanken liebäugeln, sich noch zur Altenpflegerin ausbilden zu lassen, das ist zweitrangig und darf für Sie nichts zur Sache tun - wenn Sie nicht wollen, dass auf Ihrer Stirn in großen roten Buchstaben das schreckliche Wort "unselbstverwirklicht" prangt.
Aus unserer Gruppenidentität ergibt sich auch zwanglos, zu welchen Fragen wir richtigerweise eine Ansicht haben und welche.
Wenn Sie zum Beispiel ein junger, eher alternativ lebender Künstler sind und trotzdem die Zukunft der Atomkraft unterstützen - dann wird Sie Ihr Umfeld nur milde belächeln, denn Sie haben sich in Ihren Ansichten noch nicht selbst verwirklicht. Sind Sie eine dynamische Bankerin, dann wird Ihr Umfeld erwarten, dass Sie es sich leisten, zu einer solchen Frage gar keine Ansicht zu haben. Äußern Sie trotzdem eine, diskutieren Sie gar darüber, dann "laufen Sie vor den wahren Fragen in Ihrem Leben davon".
So sehr misst uns die Gesellschaft an unserer Gruppenidentität, dass wir oft tatsächlich auch unsere eigenen Entscheidungen danach ausrichten: wie sich ein typisches Mitglied "unserer Gruppe" verhalten würde.
Dazu gibt es interessante wissenschaftliche Experimente: Nehmen wir an, der Student Martin ist Mitglied einer Kirchengemeinde. Fragen wir Martin nun, ob er für Elvira, ein anderes, erkranktes Mitglied dieser Kirchengemeinde, ein paar Besorgungen machen könnte, so wird Martin ziemlich wahrscheinlich "ja" sagen. Sagen wir Martin aber, Elvira gehe es zwar nicht gesundheitlich, doch finanziell ganz blendend, und sie würde ihm auch pro Stunde 20 Euro bezahlen, dann - lehnt Martin empört ab! So geht das Experiment jedenfalls meistens aus.
Warum? Anderen zu helfen, das ist vorbildlich. Martins Besorgungen werden für Elvira auch keinen Deut weniger wertvoll, wenn er dafür 20 Euro pro Stunde bekommt. Geld für Arbeit anzunehmen ist zudem nichts an sich Verwerfliches; wir alle tun es ständig! Der Student Martin könnte das Geld auch brauchen. Die Lösung "Hilfe gegen Bezahlung" würde beiden Seiten, Martin und Elvira, den maximalen Nutzen bringen. Trotzdem sind Menschen wie Martin verärgert, wenn wir eine solche - für alle optimale - Lösung an sie herantragen.
Denn Martin überlegt in der Situation weder "Was ist für mich am besten?" noch "Was ist für Elvira am besten?". Sondern er fragt sich: "Wie würde ein ideales Mitglied meiner Gruppe - also der Kirchengemeinde - in dieser Situation handeln?" Und Martin geht davon aus, dass ein ehrenwertes Mitglied einer Kirchengemeinde ausschließlich unbezahlte Hilfe anbietet.
So geht es uns auch mit der Selbstverwirklichung: Achten Sie einmal darauf und Sie werden sich oft dabei ertappen, wie Sie existenzielle Lebensentscheidungen an Ihrer Gruppenidentität ausrichten.
Hauptsache, Sie verwirklichen sich selbst.
Jetzt erst recht: Ihr könnt mich mal gern haben!
Liebe Leserinnen, liebe Leser - haben Sie Ihr Popcorn aufgegessen? Wie hat Ihnen der Blick auf den absurden Zirkus gefallen, den wir täglich aufführen? Haben Sie manchmal geschmunzelt, manchmal aber auch Ihr eigenes Leben, Ihre eigene Umwelt wiedererkannt? Haben Sie sich ein Bild davon gemacht, wer alles an Ihnen zerrt, etwas von Ihnen will, etwas von Ihnen erwartet? Möchten Sie nicht mehr mitspielen in diesem absurden Zirkus? Möchten Sie all den Menschen, die Ihr Leben bestimmen, zurufen: "Ihr könnt mich mal gern haben!"?
Möchten Sie endlich Ihr Leben leben?
Dann lesen Sie weiter.
23.10.2012 in Nürnberg
Vortrag
mehr
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Vortrag auf der Leipziger Buchmesse März 2011
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Volker Kitz im Interview - center.tv. Düsseldorf
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